Ehrenamt braucht Management
Neben dem Spielbetrieb ist der „Menschenbetrieb“ der Motor des selbstorganisierten Sports – im Fußball, in der Leichtathletik und in allen anderen Sportarten. Die westfälischen Vereine haben sich in den vergangenen Jahrzehnten von Zusammenschlüssen Gleichgesinnter zu weitgehend professionell organisierten und strukturierten Gemeinschaften entwickelt.
Viele Vereine verfügen heute über gute Sportanlagen, Leitbilder, Konzepte, Organigramme und Stellenbeschreibungen. Zum Leistungssport ist der Breitensport hinzugekommen. Es gibt zielgruppengerechte Angebote für Kinder, ältere Menschen, Mädchen und Frauen sowie für Prävention und Rehabilitation. Teilweise werden die ehrenamtlichen Strukturen durch hauptamtliche Mitarbeitende ergänzt.
Gleichzeitig berichten viele Vereine von einer nachlassenden Bereitschaft, ehrenamtliche Aufgaben zu übernehmen. Die Motivation, das Vereinsleben aktiv mitzugestalten, nimmt ab. Dadurch besteht die Gefahr, dass der Verein zunehmend als anonymer Dienstleister wahrgenommen wird und das gemeinschaftliche Miteinander an Bedeutung verliert.
Im Jahr 2016 hat der Fußball- und Leichtathletik-Verband Westfalen unter dem Motto „Blickpunkt Verein – vermitteln, verstehen, vertrauen“ die Vereinsentwicklung zu einem zentralen Arbeitsbereich gemacht. In Workshops, Foren und Kongressen wurden seitdem verschiedene Lösungsansätze erarbeitet.
Ehrenamt braucht Management: Wie in einem Unternehmen sollten auch Vereine die Gewinnung, Begleitung, Qualifizierung und Bindung ihrer Mitarbeitenden planvoll organisieren. Das FLVW-Programm „Mitarbeitermanagement im Verein“ unterstützt sie dabei.
Warum Mitarbeitermanagement im Verein?
Die Gewinnung, Qualifizierung und Bindung ehrenamtlicher Mitarbeitender ist eine wesentliche Voraussetzung für die Zukunftsfähigkeit eines Vereins.
Diese dauerhafte Aufgabe wird im Rahmen des Mitarbeitermanagements als zielgerichteter Prozess verstanden. Die Verantwortung liegt beim Vereinsvorstand. Für die praktische Umsetzung werden qualifizierte Personen eingesetzt, die die einzelnen Maßnahmen planen, koordinieren und begleiten.
Das Mitarbeitermanagement folgt einem wiederkehrenden Ablauf aus Planung, Durchführung, Kontrolle und Anpassung. Welche Standards gelten und welche Ziele erreicht werden sollen, legt jeder Verein entsprechend seinen eigenen Strukturen und Anforderungen fest.
Das FLVW-Programm „Mitarbeitermanagement“
Vereine, die sich systematisch mit der Gewinnung und Begleitung ehrenamtlicher Mitarbeitender beschäftigen möchten, können einen Beratungsprozess des FLVW in Anspruch nehmen. Ziel ist es, das Programm „Mitarbeitermanagement im Verein“ dauerhaft in den Vereinsstrukturen zu verankern.
Das MaM-Programm wird an die Anforderungen und Möglichkeiten des jeweiligen Vereins angepasst. Die Qualifizierung zum beziehungsweise zur Mitarbeitermanager*in kann unabhängig von einer Vereinsberatung absolviert werden. Ebenso ist eine Beratung möglich, wenn im Verein noch keine entsprechend qualifizierte Person tätig ist.
Ablauf des Programms
1. Online-Informationsveranstaltung
Der Vereins- oder Abteilungsvorstand nimmt mit mindestens fünf Personen an einer virtuellen Informationsveranstaltung teil. Anschließend entscheidet der Verein, ob das MaM-Programm umgesetzt werden soll.
In der Veranstaltung werden das Programm sowie die verfügbaren Arbeitshilfen, Downloads und Fragebögen vorgestellt.
2. Befragungen im Verein
Die kostenfrei verfügbaren MaM-Materialien können für Befragungen innerhalb des Vereins oder einer Abteilung genutzt werden. Die Teilnahme ist in Papierform oder digital möglich. Beide Formate können miteinander kombiniert werden.
Die Ergebnisse bilden eine Grundlage für den späteren Workshop. Die Materialien behandeln die Bereiche Analyse, Installation, Reflexion, Entwicklung und Wertschätzung.
3. Vereinsentwicklungsberatung beantragen
Entscheidet sich der Vereinsvorstand für die Umsetzung, kann eine Beratung zum „FLVW-Mitarbeitermanagement im Verein“ beantragt werden. Der FLVW bietet diese in Kooperation mit dem Landessportbund Nordrhein-Westfalen an.
Der sogenannte VIBSS-Antrag ist ein erster wichtiger Schritt im Gesamtprozess.
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