Richtlinien zu § 37 Abs. 3-5 SpO/WFLV Schiedsrichtersoll (SR-Soll)

1. Gem. § 37 Abs. 3 Spielordnung des Westdeutschen Fußballverbandes (SpO/WDFV) ist jeder Verein verpflichtet, für Mannschaften, die am Pflichtspielbetriebteilnehmen, Schiedsrichter zu stellen. Die Landesverbände sind gem. § 37 Abs. 5 SpO/WDFVberechtigt,Richtlinien über die Stellung von Schiedsrichtern zu erlassen.

2. Für jede untenstehendeam Pflichtspielbetrieb teilnehmende Mannschaft hat der Verein eine entsprechende Anzahl von Schiedsrichtern zu stellen. Die Anzahl der zu stellenden Schiedsrichter richtet sich nach der Ligazugehörigkeit der einzelnen Mannschaften des Vereins bzw. der Spielgemeinschaftwie folgt:

Herren-Mannschaften der
a) Lizenzligen je vier.
b) 3. Liga, der Regionalliga, der Oberliga, der Westfalen-undder Landesligen je drei.
c) Futsal Bundesliga je zwei.d)Bezirks-und Kreisliga A, B, C und D sowie der WDFV-Futsalligaje einen.

Frauen-Mannschaften der
e) Bundesliga, 2. Bundesligaund Regionalliga je drei.
f) Westfalen-, der Landes-, Bezirks-und Kreisligen je einen.

Jugend-Mannschaften der
g) A-und B-Junioren-Bundesliga je drei.
h) A-und B-Junioren-Westfalenligaje zwei.
i) C-Junioren Regionalliga und dem WDFVU14-Nachwuchs-Cup, der B-Juniorinnen-Bundesliga und B-Juniorinnen-Regionalliga, der A-und B-Junioren der Landes-, Bezirks-und Kreisligen je einen Schiedsrichter zustellen.

Anmerkung: Juniorinnen-Mannschaften unterhalb der Regionalliga und AH-Mannschaften fallen nicht unter diese Bestimmung.

3. Zieht ein Verein nach dem 1. Meisterschaftsspieleine Mannschaft zurück oder scheidet eine Mannschaft nach dem 1. Meisterschaftsspielaus dem Spielbetrieb aus, findet keine Neuberechnung des SR-Solls während des laufenden Spieljahres statt.

4. Die Nichterfüllung des SR-Sollsist durch Verhängung von Ordnungsgeldern zu ahnden, deren Höhe sich nach der Ligazugehörigkeit der 1. Herrenmannschaft bzw. bei reinen Frauenfußballvereinen der 1. Frauenmannschaft des Vereins richtet.

Dieses Ordnungsgeld beträgt für jeden fehlenden Schiedsrichter pro Spieljahr bei Vereinen
a) der Lizenzligen und der 3. Liga 500,00 €
b) der Regionalliga 450,00 €
c) der Oberliga, der Westfalenligen, der Futsal Bundesliga, der Frauen Bundesliga und der 2. Frauen-Bundesliga 400,00 €
d) der Landes-und Bezirksligensowie der Frauen-Regionalliga300,00 €
e) der Kreisligen A, B, C und D, allenanderen Ligen der Frauen und WDFV-Futsalligasowie Vereinen ohne Herren-und Frauenmannschaften 250,00 €.

5. Ein Verein, der das SR-Sollnicht zu mindestens 60 % erfüllt, zahlt ein um 50 % erhöhtes Ordnungsgeld fürjeden fehlenden Schiedsrichter.Beispiel: Ein Verein benötigt 4 Schiedsrichterund hat nur 1 Schiedsrichter. Dieser Verein muss somit für 3 fehlende Schiedsrichterein um 50% erhöhtes Ordnungsgeld zahlen.

6. Stichtag für die Berechnung des SR-Solls ist der 01.08.eines jeden Jahres.

7. Zur Erfüllung des SR-Solls zählen aktive Schiedsrichterund SR-Beobachter (§1 Abs. 7 SRO/WDFV).Zu den aktiven Schiedsrichtern zählen auch die SR-Paten.SR-Paten müssen auch Schiedsrichter sein.

8. Die Ordnungsgelder sind vierteljährlich zu berechnen und zu erheben.DieseOrdnungsgelder sollen auch für die Ausbildung und Qualifizierung derSchiedsrichter verwendet werden.

9. Meldet einVerein während des Spieljahres einen neuen Schiedsrichter,so ist er von dem Zeitpunkt der Anerkennung durch den Kreisschiedsrichterausschusszur Erfüllung des SR-Sollsdes Vereins anzurechnen.
Ein neuausgebildeter Schiedsrichterzählt ab der bestandenen Prüfung für die laufende Saison und mindestens die nächsten 2 Spieljahre zur Erfüllung des SR-Solls des Vereins, für den er sich zur Schiedsrichterprüfung angemeldet hat, unabhängig davon, ob er in diesem Zeitraum zu einem anderen Verein wechselt. Über Ausnahmen entscheidet der Kreisschiedsrichterausschuss.
Scheidet während des laufenden Spieljahres ein Schiedsrichter bei einem Verein aus, ist er dem Verein vom Tage des Ausscheidens, und er nicht mehr aktiver SR ist,an nicht mehr anzurechnen.

10. Schiedsrichter, die zu einem neuen Spieljahr den Verein wechseln wollen, müssen dies dem zuständigen Kreisschiedsrichterausschuss unter Beifügung einer Kopie der Abmeldung beim bisherigen Verein bis zum 30.06. eines Jahres unter Angabe ihres neuen Vereins und zusätzlich dessen gleichzeitiger Bestätigung schriftlich und verbindlich mitteilen.

11. Es ist anzustreben, dass ein Schiedsrichter zur Erfüllung des SR-Solls innerhalb einer Saison mindestens 15 Spiele(Turniertag = 1 Spiel)leitet.Eine nachträgliche Herausnahme aus dem SR-Soll ist nur im Rahmen einer Einzelfallprüfung möglich.

12. Vereine, die mehr Schiedsrichter stellen als gefordert (Stichtag 01.08.), erhalten für jeden überzähligen Schiedsrichter pro Spieljahr einen Bonus in Höhe von 100,00 €.Für einenneu ausgebildetenSchiedsrichter, erhält der Verein einen Bonus in Höhe von einmalig 200,00€,wenn dieser Schiedsrichtermindestens 2 Kalenderjahre nach abgelegter Prüfung noch aktiver Schiedsrichter, der zum SR Soll zählt,für diesen Vereinist.

13. DieErfüllung des SR-Solls ist von den Kreisen durch die Kreisschiedsrichterausschüssezu überwachen.Ordnungsgelder wegen Nichterfüllung des SR-Solls sind jeweils von den Kreisvorständenzu verhängen und bekannt zu geben (§ 49 Satzung/FLVW). Übergeordnete Verwaltungsstelle für Entscheidungen der Kreisvorständeist das Verbandpräsidium. Die Ordnungsgelder sind an die Kreiskasse zu zahlen. Die Kreiskassen zahlen auch den Bonus gem. Ziffer 12.

14. Diese Richtlinien wurden von der Ständigen Konferenz am 11.05.2020neu gefasst und treten mit ihrer Veröffentlichung in den Offiziellen Mitteilungen des Verbandes zum 01.07.2020in Kraft. Entgegenstehende frühere Richtlinien treten zu diesem Zeitpunkt außer Kraft.